top of page

Germany Garden & DIY Weekly Brief | 13. April 2026

Hongmao Garden Marketing Department

13. Apr. 2026

Steigende Exporte, höhere Paketkosten, wachsender Kostendruck in der DIY-Branche und eine stärkere Ausrichtung auf Lösungen und Projektdenken prägen aktuell den deutschen Garten- und DIY-Markt.

Die Entwicklungen dieser Woche zeigen einen deutschen Garten- und DIY-Markt, der sich nicht einfach in die Kategorien „Erholung“ oder „Schwäche“ einordnen lässt. Einerseits sprechen die aktuellen Außenhandelsdaten für eine gewisse wirtschaftliche Belebung: Im Februar 2026 stiegen die deutschen Exporte um 3,6 % auf 135,2 Milliarden Euro, während die Importe um 4,7 % auf 115,4 Milliarden Euro zunahmen. Der Handelsüberschuss lag bei 19,8 Milliarden Euro. Zugleich zeigen die Detaildaten, dass diese Entwicklung nicht gleichmäßig verläuft.


Besonders der Handel mit den EU-Staaten legte zu, während die Exporte in die USA im Monats- wie im Jahresvergleich spürbar zurückgingen. China blieb mit 15,0 Milliarden Euro wichtigster Importpartner Deutschlands.


Für die Garten- und DIY-Branche ist das ein relevantes Signal, weil es auf ein aktiveres, zugleich aber differenzierteres Marktumfeld hinweist. Mehr Bewegung im Außenhandel bedeutet nicht automatisch weniger operativen Druck. Vielmehr werden regionale Nachfrageverschiebungen, Kanaleffizienz und die Fähigkeit zur schnellen Anpassung wichtiger.


Parallel dazu verschärft sich die Kostensituation. DPD und GLS haben ihre Paketpreise für Privatkunden erneut angehoben. Besonders auffällig sind die Preissteigerungen bei einzelnen Größenklassen. Gleichzeitig berichtet der Herstellerverband Haus & Garten, dass viele Unternehmen aus der DIY-Industrie in der DACH-Region bereits Fracht- und Logistikkostensteigerungen von 10 bis 20 % verzeichnen. Auch bei Rohstoffen wird eine hohe Dynamik sichtbar, unter anderem bei Aluminium sowie bei verschiedenen Kunststoffen. Die Warenverfügbarkeit wird aktuell noch überwiegend als stabil beschrieben, der Blick auf die kommenden Monate fällt jedoch vorsichtiger aus.


Diese Entwicklung macht deutlich, dass Kostendisziplin heute weit über die klassische Einkaufs- oder Finanzfunktion hinausreicht. Sie betrifft unmittelbar Produktarchitektur, Verpackung, Versandlogik und Sortimentsgestaltung. Gerade im Garten- und Outdoor-Bereich gewinnen deshalb Lösungen an Bedeutung, die sich effizient transportieren, klar kommunizieren und im ausgelieferten Endpreis überzeugend darstellen lassen.


Gleichzeitig verändert sich die Rolle des DIY-Handels. Laut BaumarktManager positionieren sich große Baumarktketten zunehmend als Einstiegspunkte für komplette Energielösungen rund um Photovoltaik und Wärmepumpen. Dabei geht es nicht mehr nur um den Verkauf einzelner Materialien, sondern um Beratung, Vermittlung an Fachbetriebe und die Einbindung standardisierter Abläufe. Der Handel wird damit stärker zum Projektbegleiter und Lösungsanbieter.


Dieser Strategiewechsel ist auch deshalb bedeutsam, weil er über das Thema Energiewende hinausweist. Er zeigt, dass Kunden zunehmend nicht nur Produkte suchen, sondern Orientierung und praktikable Umsetzung. Diese Logik ist auch für Garten- und Outdoor-Kategorien relevant, insbesondere dort, wo Produkte Teil einer größeren Raum-, Schutz- oder Organisationslösung sind.


Unterstützt wird dieses Bild durch den Kundenmonitor Deutschland 2026 des BHB. Die Studie zeigt, dass DIY für viele Verbraucher längst mehr ist als eine Sparmaßnahme. Das Vermeiden von Handwerkerkosten bleibt wichtig, zugleich spielen Freude am eigenen Schaffen, Anerkennung und persönlicher Stolz eine große Rolle. DIY entwickelt sich damit von einer reinen Kostenreaktion zu einer zielgerichteten, emotional und funktional zugleich aufgeladenen Handlungsoption.


Für Hersteller, Händler und Lieferanten bedeutet dies, dass der Markt nicht einfach nur günstige Produkte verlangt. Erfolgreicher werden vielmehr jene Angebote sein, die Kostenbewusstsein, Projektlogik und einen konkreten Nutzen überzeugend miteinander verbinden. Klare Produktkommunikation, einfache Anwendbarkeit, Kanalpassung und sichtbarer Projektfortschritt werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.


In der Gesamtschau zeigt sich damit ein Markt, der anspruchsvoller, aber keineswegs schwächer wird. Die Außenwirtschaft liefert Impulse, zugleich steigen Kosten- und Planungsanforderungen. Der Handel entwickelt sich weiter in Richtung Lösungsanbieter, und die Verbraucher begegnen DIY mit klarerer Absicht. Aus Sicht von Hongmao Garden liegt die aktuelle Chance deshalb vor allem dort, wo Produktrelevanz, operative Effizienz und lösungsorientierte Positionierung zusammenkommen.

bottom of page